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Das Ensemble "Hauptstadtblech" ist am Freitag, 12. August, um 19.30 Uhr in Form eines Open-Air-Konzerts am Schloss wieder zu Gast in Grünsfeld.

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Musikalische Schätze ausgegraben

Musikkapelle Grünsfeld: Gelungene Serenade im Schlosshof / Jugend- und Seniorenkapelle überzeugten

Grünsfeld. Abenteuer sind in der modernen Welt selten geworden. Die schönsten finden heutzutage im Kopf statt. Ins Abenteuerland der Musik entführte die Musikkapelle bei der Serenade am Schlosshof. Das illuminierte Zehntgebäude bot die stimmungsvolle Kulisse für einen vergnüglichen Sommerabend. Den ersten Teil der Serenade, quasi als Vorgruppe, bestritt die Jugendkapelle. Das Ensemble befindet sich derzeit im Umbruch. Einige Jugendliche haben aufgehört, Nachwuchstalente sind hinzugestoßen. Jetzt ist es die Aufgabe von Dirigentin Daniela Stoy, wieder eine harmonische und leistungsstarke Formation heranzubilden. Der Neuanfang war jedenfalls vielversprechend. Der Marsch "Touch down" oder Pop-Hits wie "I will follow him", "Leningrad" oder "Happy" machten deutlich, dass die Mädchen und Buben auf einem guten Weg sind.

Auf eine Expedition begab die Seniorenkapelle sich unter der Leitung von Thomas Weber. Der hatte im Stile eines Indiana Jones so manchen musikalischen Schatz entdeckt. Bei der Serenade vertauschte er allerdings die aus dem Film bekannte Peitsche mit dem Dirigentenstab. Seine Musiker hatte er trotzdem im Griff.

Auf Abenteuerkurs

Mit "Adventure", einer Komposition von Markus Götz, eröffnete die Kapelle den zweiten Teil des Abends. Der Titel war programmatisch zu verstehen. Die Musiker mussten gefahrvolle Situationen bewältigen und ihr ganzes Können unter Beweis stellen, um das Stück zu meistern.

Damit die Spannung nicht zu sehr an den Nerven des Publikums zerrte, hatten die Verantwortlichen einige Slapstickeinlagen eingebaut. Erwin Kraft alias Diener Johann staffierte Thomas Weber mit immer neuen Kleidungsstücken aus, so dass dieser jeweils stilecht die nächste Komposition dirigieren konnte. Für das "Instant Concert" hatten die beiden sogar einen "Notentransformer" entwickelt. Das Stück von Harold Waters glich nämlich einem abenteuerlichen musikalischen Parforceritt und vereinte 30 Titel in drei Minuten. Scheinbar inkommensurable Kompositionen von Rossini und Tschaikowski, Weihnachtslieder oder Swingmelodien ergaben ein neues faszinierendes Gesamtkunstwerk.

Abenteuerlich ist auch die Geschichte von Dimitri Schostakowitschs "Jazz-Suite Nr. 2". In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen, tauchte sie erst 1988 wieder auf. Mit dem zweiten Walzer aus diesem Werk erinnerte die Musikkapelle an den spektakulären Fund.

Einen Abstecher in das Barockzeitalter stellte Pavel Josef Vejvanovsks "Serenade für zwei Trompeten" dar. Kerstin Mohr und Steffen Beetz brillierten dabei als Solisten.

Auch die Liebe kann ein Abenteuer sein. Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt reicht das Spektrum der Gefühle. Die Liebe und ihre Verwicklungen war auch das Thema von James Lasts Komposition "Games that lovers play".

Im Wilden Westen waren die Abenteuer eher harten Männern vorbehalten. Sergio Leones Italo-Western wie "Spiel mir das Lied vom Tod" haben ihnen ein filmisches Denkmal gesetzt. Ennio Morricones Filmmusik dazu ist legendär. Mit einem von Johan de Meij arrangierten Medley erinnerte die Musikkapelle an spannende Kinoabende. Das war Konzertmusik im Breitwand-Format.

Blasmusik, auch in ihrer sinfonischen Gestalt, kann auf Marsch und Polka nicht verzichten. Schöne Beispiele dieser Gattungen hat auch die Musikkapelle in ihrem Repertoire. Julius Fuciks "Florentiner Marsch", Jaroslaw Zemans Polka "Prager Gassen" und Theo Rupprechts grotesker Marsch "Don Quixote" gaben eindrucksvoll Zeugnis davon.

Die Tücken der musikalischen Abenteuer umschiffte die Musikkapelle mühelos. Klaus Strobls Konzertmarsch "Mit vollen Segeln" brachte das Motto des Abends auf den Punkt. Die Musiker stachen bildlich gesprochen musikalisch in See und begaben sich auf große Fahrt, Dirigent Thomas Weber hielt die Musiker bei allen Untiefen bravourös auf Kurs

Am Ende hieß es dann mit Johannes Brahms "Guten Abend, gute Nacht". So ganz ernst war das aber auch nicht gemeint. Vorgetragen als Swing-Mix und mit Schlafmützen auf dem Kopf sorgten die Musiker für einen humoristisch-ironischen Schlusspunkt. feu

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 12.07.2016

Gesamter Bericht und weitere Bilder unter:

http://www.fnweb.de/region/main-tauber/grunsfeld-grossrinderfeld-wittighausen/musikalische-schatze-ausgegraben-1.2872053